Mein Mitbewohner der WG-Rowdy.

Jetzt sitze ich hier um 2:57 Uhr und bin hellwach. Mein Mitbewohner, der WG Rowdy, hatte mal wieder nichts besseres im Sinn als um 1:00 die Glotze anzuschmeißen und sich herrlich über das TV-Programm zu belustigen.

Ich bin neu in dieser Stadt und kenne bislang niemanden. Schnell habe ich hier eine Wohngemeinschaft gefunden in der ich unterkomme. Ein stattliches Zimmer, eine gute Lage und das alles zu einem guten Preis.

Ich habe mich schon sehr auf die Zeit in der neuen WG gefreut, denn die Mitbewohner machten einen durch und durch coolen Eindruck. Doch stelle ich mittlerweile fest, dass mein direkter Zimmernachbar ziemlich ignorant und selbstorientiert ist.


Permanent muss er über die Stränge schlagen und gegen allgemeine Regeln verstoßen. Dabei habe ich nicht einmal den Eindruck, dass ich besonders kleinkariert bin und neben mir auch die anderen Mitbewohner, langjährige Freunde, sich provoziert fühlen.
Regelmäßig liegen abgeschnittene Fingernägel im Bad herum, regelmäßig räumt jemand sein Geschirr nicht in die Spülmaschine und lässt seine Kochtöpfe tagelang auf dem Herd stehen. Regelmäßig drückt sich einer vor den Haushaltspflichten, immer der selbe putzt erst 2-3 Wochen nach Vereinbarung. Immer der selbe stapelt seinen Müll auf den bereits überquillenden Haufen.

Aber genau diese Person schreibt wutentbrannt SMS, “dass Klobürsten dafür da sind um benutzt zu werden!!!”

Es handelt sich hier also um eine ganz besondere Spezies, die auf alles scheißt, aber wenn’s um Scheiße geht darum bittet Klobürsten zu verwenden. Aha!

Eine Spezies, die derart ignorant ist, dass die Ignoranz sogar akzeptiert wird, schließlich sagen die Mitbewohner kaum mehr was.

Mittlerweile stelle ich fest, dass er stets einen genervten Blick mir gegenüber zeigt. Wenn ich ihn also bitte den Fernseher leiser zu machen, da ich jedes Wort mitreden kann, spielt er entsprechend den genervten. Dadurch merke ich, dass ihm ziemlich egal ist, wie es mir geht oder ob er mich stört. Dementsprechend weiß ich auch, dass er kaum für ein Gespräch zu haben sein wird, um einfach mal die Sache zu klären.

Es erfüllt mich mit Zorn, kerzengerade sitze ich im Bett und würde ihn am liebsten eigenhändig…. . Doch das geht ja schlecht. Jetzt spiele ich mit dem Gedanken einen Putch a la Amelie Poulain durchzuführen. Sie rächt sich nämlich an dem bösen Gemüsehändler, der den naiven aber liebenswürdigen Lucien stets mobbt, indem sie alles im Hause des Gemüsehändlers verändert und ihn somit ganz verwirrt.

Abführtropfen im Frischkäse? Die geliebte, wohlsortierte Büchersammlung durchwirbeln? Juckpulver auf das Bettlaken?

Jetzt gerade würde ich am liebsten alles auf einmal machen, mal schauen wie ich morgen früh darüber nachdenke… .

Christian

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