Nora goes Canada VIII – I Never Learnt To Share

2 x 23 kg. Doppelte Menge, das Handgepäck ausgetauscht gegen einen zweiten großen Koffer. Und ich, ein-und auspackend beim Versuch alles zu verstauen.
In mir kommt die Frage auf wie viel all meine Erfahrungen, Eindrücke, Veränderungen, Perspektiven wiegen werden und wie ich sie auf diesen kleinen Raum zusammenfalte um sie in handlicher Version mit nach Hause zu nehmen.

Wie packt man die ganze Zeit in zwei Koffer?

C’est fini. Die letzten Tage in Montréal und damit auch der letzte Bericht aus der Ferne. Zeit, alles Revue passieren zu lassen.
Von unserer gemeinsamen Ankunft im Sommer bis jetzt sind einfach so viele Sachen passiert, wir haben die unterschiedlichsten Personen kennengelernt und man kann jetzt schmunzelnd zurückblicken auf zum Teil doch ziemlich merkwürdige Erlebnisse.
Doch auch wenn am Anfang alles noch ziemlich chaotisch war, wie zum Beispiel die Wohnungssuche, hat sich das meiste im Nachhinein doch beinah von selbst geregelt. Von Wohnungen, aus denen wir rückwärts wieder rausgestolpert sind, bis zu Parties in Kommunen, die zwar über zahlreiche Betten, jedoch keine funktionierende Küche verfügten, haben wir vieles gesehen und sind doch irgendwo untergekommen. Auch das Uni-Leben haben wir gemeistert. Wenn auch hier und da mal eine Veranstaltung verpasst wurde; als “exchange student“ hat man doch einen Sonderstatus und es wurde mehr als ein Auge zugedrückt.

Die Zeit fühlt sich auch weniger wie ein langer Aufenthalt an; eher wie mehrere Abschnitte. Der Sommer voller Parties, Musik, Festivals, das electronic picnic…all das erscheint wie ein völlig anderes Leben im Vergleich zu Herbst und Winter. Dann: Halloween, Thanksgiving, die Reise nach Amerika, Weihnachten… Die einzelnen Teile meiner Zeit hier lassen sich gar nicht miteinander vergleichen.

Von einer Sache bin ich aber letztendlich überzeugt. Ich denke dass man sich nach so viel Erlebten definitiv verändert, und auch wenn man jetzt wieder zu Familie und Freunden zurückkehrt, haben sich doch die Augen für mehr und ganz andere Dinge geöffnet. Der Unterschied zu einer Metropole wie Montréal ist einfach eine viel größere Toleranz der Menschen hier. Man merkt, dass man sich an alles irgendwie gewöhnen kann und in gewisser Weise „schmerzfreier“ wird.
Dieses Gefühl von Freiheit, Unbekümmertheit und unzähligen offenstehenden Möglichkeiten ist auf jeden Fall etwas, dass ich vermissen werde. Außerdem war es inspirierend, etwas auf eigene Faust zu tun, zu reisen, Dinge selber in die Hand zu nehmen. Und Menschen zu treffen, die Türen und Fenster für Neues geöffnet haben. Die Reiselust ist auf jeden Fall geweckt; der Flug nach Istanbul im Januar gebucht.

Die Zeit war kurz und intensiv. Es gibt einiges zu erzählen in den kommenden Tagen.

Au revoir.

Nora

PS: Alle meine Berichte findet ihr unter folgendem Link: Nora goes Canada

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