Nora goes Canada VII – Stay Young, Go Dancing

Tapetenwechsel. Oder besser gesagt: Tapete abgerissen.
Unser Trip startete damit, dass L. und ich den Nachtbus nach New York nahmen. Circa 8 Stunden Fahrt im Greyhound, und die Fahrt über die Grenze; klischeehaft, wie man sie sich vorstellt: Man wird ziemlich forsch ausgefragt, was man in Amerika macht, wer man ist, woher man kommt, etc. Bei den kleinsten Fragen zuckt man zusammen; wie ein Schwerverbrecher behandelt zu werden führt dazu, dass man selbst das Gefühl bekommt, man hätte etwas Illegales getan. “You are now crossing the border of the United States.”

5 am. Wir werden vom Bus ausgespuckt. Mitten auf dem Time Square. Auch wenn es eigentlich noch Nacht ist, herrscht das totale Chaos. Lichter, Sirenen, Verkehr. New York schläft scheinbar überhaupt nicht – wir würden gerne.

Schon ein Tag in New York  zeigt deutlich die Unterschiede zwischen  den USA und Canada. Alles ist anders, von den Menschen, der Atmosphäre, bis hin zum Gefühl, das man hat, wenn Quebec. Es sind Welten.

Da Manhattan, wenn man unvorbereitet hineingeworfen wird, ziemlich überfordernd  und übrwältigend ist, suchen wir am Nachmittag das Kontrastprogramm. Sonne und Kaffee im Brooklyn Bridge Park, mit Sicht auf die Skyline. Über uns donnern Züge auf der Manhattan Bridge. Es wären einfach viel mehr Stunden, Tage, Wochen nötig um New York zu erkunden. Dennoch eine beeindruckende Stadt, weniger romantisch, mehr urban als Montréal.

Dann: Grand Central Station. Im Gewühl zwischen Taxifahrern, hupenden Autos, Zügen und schreienden Mitarbeitern von zahlreichen Shuttlebus-Unternehmen: Den Bus zum Airport erwischen. Es geht einmal quer durch die USA. Die zweite Welt sehe ich in Californien.

With Flowers in my Hair.

Besuch bei Freund M. in San Diego. Ziemlich müde komme ich nachts am Flughafen an, nach einem Zwischenstop in Atlanta. Man hat direkt das Gefühl, im Urlaub zu sein; Palmen, warme Luft, andere Gerüche. Vor allem riesige Highways und Dimensionen, die man nur mit dem Auto überwinden kann. Alles ist sauber hier, alles ist riesig, von den Autos bis zu den Malls; was man nicht sieht: Leben, Menschen auf der Straße.
Am nächsten Tag fahren wir nach Mexico. Tijuana, Ensenada, der komplette Kontrast. Dort hin kommt man, da direkt an der Grenze, mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die sozialen Unterschiede werden einem bewusst, wenn man die Leute betrachtet, die hier öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Land of the free, home of the Brave…

Zwei Tage verbringen wir in Mexico, kommen spontan in einem ziemlich fragwürdigen Hotel unter. Hier ist es wie erwartet wieder ganz anders. Wir kaufen Essen bei einer Frau auf der Straße. Um 12 Uhr mittags spielen Männer mittleren Alters Billard. Bier, Zigaretten, Boots und Cowboyhüte. Wirkt wie entspannte Perspektivlosigkeit. Zurück über die Grenze lassen wir uns gegen Bezahlung hetzen. Sehr abenteuerlich.

Ein weiterer Kontrast zu Canada ist das Uni-Leben in Amerika. Alles ist ‘on campus‘. Starbucks, Sportcenter, Restaurants, Shops. Die Studenten leben hier isoliert in eigener Welt. Auch mit Bussen kann man hier unter Palmen über den Campus fahren, soviel zu den amerikanischen Dimensionen…

Ein paar wunderbare Tage verbringe ich hier. Der Strand, die Natur; hier merkt man wirklich, dass man auf einem anderen Kontinent ist. Und leicht vergisst man, dass final exams, paper und Schnee warten. À Montréal.

Au revoir.

Nora

PS: Alle meine Berichte findet ihr unter folgendem Link: Nora goes Canada

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