Nora goes Canada VI – What Do You Go Home To

Es herrschte kurz Stille in letzter Zeit. Daher nun der etwas verspätete Bericht über die letzten Geschehnisse. Mich hat die Krankheit erwischt. Das bedeutet: Die letzten Tage bestanden aus stundenlangem Warten; im Wartezimmer, bei Ärzten, in der Apotheke. Trotz Pflichtversicherung durch die Uni hier. Geld zurück für Medikamente? Nur mit kanadischem Bankaccount. Die Nerven lagen blank. Besonders weil Antibiotika auch hier ziemlich teuer sind.

Zeit im Bett ist Zeit nachzudenken. Auch wenn hier alles anders, aufregend, ereignisreich ist, gibt es eben auch hier Tage, an denen nichts funktioniert und alles schief geht. Erst kürzlich sprach ich darüber mit einem guten Freund, der zur Zeit in Istanbul wohnt. Das scheint also gar nicht so sehr der Winter zu sein, der hier Einzug nimmt, sondern mehr der innere November, den man manchmal hat, egal wo man grade ist.

Außerdem ist das Vermissen groß. Wenn einem auch klar ist, dass es so viel zu sehen und erleben gibt, und es gut und richtig ist, seine kleine Welt zu Hause zu verlassen, merke ich doch, wie sehr ich meine engsten Personen, zu Hause und verstreut auf der Welt, vermisse. Man definiert sich doch sehr über seine nahestehendsten Menschen und die Stücke seines Herzens, die man mit ihnen ausgetauscht hat.

Genug Gedanken. Was geschah weiterhin? Freund S. kam aus Deutschland zu Besuch über Halloween. Es endete mit viel Feiern. Die Menschen drehen hier wirklich durch; öfters berichtete man mir, die 4 Tage seien besonders für Frauen die Gelegenheit, leicht bis nicht bekleidet und gleichzeitig sozial akzeptiert zu sein. Erinnert mich an Karneval. Ich stimme dem zu.
Wir landeten, nachdem wir spontan auf Freunde trafen, die zur Zeit hier arbeiten und couchsurfen, in einer Bar in Vieux Montréal am Hafen. Dort: Dj’s, Musiker, verkleidete Menschen und eine Bauchtänzerin. Gemischtestes Publikum jeden Alters. Halloween ist also nicht nur “Trick or Treat“ und ein Fest für Kinder, obwohl auch das hier viel größer zelebriert wird. Die Häuser in unserer Straße wurden reich dekoriert; Kürbisse, Lichter, Gespenster, Masken… der ein oder andere saß auch selbst auf der Veranda, um auf die Kinder zu warten.

Ein Must-See zu Halloween in Montréal: Die Rocky Horror Picture Show. Eine Art Maskenball Am Place des Arts, bei dem der Film in einem Theater gezeigt wird. Kostümpflicht natürlich. Die Karten sind unglaublich schnell ausverkauft und für 20 Dollar zu haben. Aus alter Tradition wird Profit geschlagen; die Show gab es wohl schon vor 30 Jahren; damals noch kleiner, untergründig und umsonst.

So viel zu Halloween. Die Episode ist abgeschlossen. Wie erwartet werden Hexen und Gespenster jetzt schon gegen Weihnachtsmänner ausgetauscht. Bevor wir hier in den richtigen Winter eintauchen: Noch einmal reisen. Der nächste Bericht folgt nach einigem neu Erlebten.

I’m going to look for America…

Au revoir.

Nora

PS: Alle meine Berichte findet ihr unter folgendem Link: Nora goes Canada

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