Nora goes Canada IV – God has a Voice, She Speaks through Me.

Qu’est-ce qui se passe á Montréal?
Viel Trubel und Ereignisse in den letzten Tagen; daher nun: Der Bericht. Kurzzeitig überlegten L. und ich, noch einmal die Wohnung zu wechseln. Spontan ergab sich die Gelegenheit, zwei Zimmer zu besichtigen. Ebenfalls in Notre-Dame de Grace, zwei Metrostationen entfernt. Die Planungen überschlugen sich, das Angebot stand, die Koffer wurden rausgekramt.

Dann: Planänderung. Wir bleiben doch hier. Gegeben die Zeit, die wir noch in der Stadt sind, entschieden wir uns gegen die schönere Wohnung, und für unsere Lage hier. Die Gegend hier ist sicherlich nicht von den reichsten Menschen bewohnt; hin und wieder trifft man auf dubiose Gestaltenaber es ist auch bunt, multikulturell, letztendlich kamen wir zu dem Schluss, dass wir uns, nach dem verlebten Monat hier, irgendwie im Herzen des Viertels, irgendwie „zu Hause“ fühlen.

So aufregend und „hip“ downtown, Montréal als Weltstadt auch sein mag; es ist nicht zu vergleichen mit den kleinen Dingen und Erlebnissen hier, die mittlerweile schon zur Routine geworden sind. Wie zum Beispiel der türkische Laden an der Ecke, der billig Kaffee und Bagels verkauft, oder: vor ein paar Tagen: ein kleines Privatkonzert eines (wohlmöglich betrunkenen) Jungen mit Gitarre im Nachtbus von der Metro nach Hause.

Ein definitives Highlight der letzten WocheThe Arcade Fire, im Rahmen des Pop Montréal Festivals. Un concert gratuit auf dem Place des Arts. Überfüllte Metros, unheimliches Gedränge, und ein wunderbares Konzert.

Den Nachmittag danach verbrachten wir in einem Park im Gay Village mit Kaffee und Musik, die hier öffentlich durch Lautsprecher zu hören ist. Der wildeste Mix von Leuten. Studenten, Drag-Queens, Drogendealer, Familien beim Picknick. Man hat das Gefühl, die Leute genießen hier einfach ihre Tage und lassen sich von der Zeit treiben. Man kann gar nicht anders als mitzumachen. So wurden die letzten freien Tage genutzt, wir waren auf der ein oder anderen Hausparty; auffällig hier jedesmal: Schuhe ausziehen! Relativ schwer für jemanden, der eine ernste Beziehung zu seinen Schuhen führt, auf emotionaler Ebene…

Ende September beudetete außerdem für uns: Ein letztes sonntägliches Picknick zu elektronischer Musik. Ab jetzt beginnt die Phase der ersten exams; auch für mich ist es in zwei Tagen soweit. Mehr und mehr verkriechen sich alle mit Kaffee hinter Notebooks und Büchern. Ich habe bereits den Gegenentwurf geplant.

Für die breite Bildung, gegen wissenschaftliche Engstirnigkeit. Freund J. nimmt mich mit zu seinem Seminar über Nietzsche. Auch wenn dies auf Englisch wahrscheinlich gewöhnungsbedürftig ist, bin ich doch gespannt auf Atmosphäre und Leute in einer anderen Fakultät.

Klar ist, auch nach Gesprächen mit Freunden: Nichts kann mehr schocken. Was Wohnungen, Orte, Menschen betrifft, hat man mittlerweile einiges erlebt und gesehen und kommt nach Hause mit eindeutig mehr Lockerheit und Toleranz im Gepäck. Was  wahrscheinlich eins der besten Dinge an Montréal ist, und was ich definitiv vermissen werde.

Au revoir.

Nora

PS: Alle meine Berichte findet ihr unter folgendem Link: Nora goes Canada

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