Nora goes Canada III – Be Home Before Dinner.

Langsam setzt sich alles.
Wir sind mittlerweile nicht mehr nur körperlich, sondern auch kopfmäßig in Montréal angekommen. Zahlreiche, mitunter auch ziellose Stadterkundungen lohnen sich hier sehr. Le week-end dernier. Samstags und Sonntags ist das Plateau, die Straßen um das Boulevard Saint-Laurent, nicht befahrbar. Märkte und Stände wohin man sieht, Musik, Essen, Boutiquenalles verlagert sich nach draußen.

Entdeckt wurde: Eine kleine Gallerie in einem Hinterhof. Der Künstler stellt alle seine Bilder mit Bienenwachs her; wir kamen ins Gespräch über seine Bilder, nachher über uns. Die Leute sind wirklich offen und interessiert. “Germany? Oh I’ve been to Germany once…“ Es ist und bleibt eine Attraktion. So kommt man fast an jeder Straßenecke zwanglos ins Gespräch. Dieses dann ein Mix aus Englisch, Französisch und in seltenen Fällen einzelne Brocken Deutsch. Bei den meisten Gesprächspartnern führt das zu Begeisterung und eigenen Deutsch-Versuchen.

Auch hier wird wieder der starke Kontrast deutlich, den Montréal mit sich bringt. Eine ältere Dame im Vintage-Laden. Seulement francophone. Sie stammt aus dem Elsass und freut sich, ihr verstaubtes Deutsch an uns zu erproben.
Danach: Essen im typisch amerikanischen Diner. Schwarz-weiß gekachelter Boden, rote Ledersitze, Ventilator an der Decke. Und drei Männer, die über das dort live übertragene Tennis-Match diskutieren.

Auch einen Besuch wert: Vieux Montréal, die alte Innenstadt Montréals direkt am Hafen gelegen. Ein kleines Paris wenn man so will. Vielleicht ein Fehler, an einem Sonntag durch seine Straßen zu laufen, es sei denn, man steht auf ein Gefühl wie im Zirkus: Kutschen, Straßenmusikanten…alles doch sehr touristisch und vor allem teuer.
Das einzig Charmante:“Parce-que c’est lui“, eine Ausstellung von Zeichnungen, Fotos, Skizzen. Es geht um den kanadischen Künstler, Maler, Filmemacher Gilles Carle. Hier der Link zur Homepage.

Neben Kunst und Kultur: Der Alltag. Jetzt, wo wir schon beinah einen Monat hier leben, ist es kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Ständig unterwegs, mittlerweile in Routine von Campus zu Campus avec bus et metro. Der Unterricht besteht ausschließlich aus Vorlesungen; vermutlich werden erst die Mid-term-exams Mitte Oktober zeigen, ob Standards der Unis hier und in Maastricht vergleichbar sind.

Auch wenn also mittlerweile vieles Alltag ist, lebt sich der doch ganz anders als zu Hause. Nichts steht hier jemals still; man hat immer unglaublich viele Möglichkeiten etwas zu unternehmen, Menschen zu begegnen, besonders musikalisch ist immer irgendwas, von Gratiskonzerten bis zu Sängern in Bars und Pubs.

Definitiv das Highlight der letzten Tage und ein Muss wenn man in Montréal ist:
Le Piknic Elektronic. 
Nur drei Metrostationen vom Zentrum: Auf der île Sainte Hélène, die Skyline im Rücken, direkt am Wasser. Jeden Sonntag bei guten Wetter ein großes Elektrofestival. Gemischtes Publikum, Alkohol & Picknickkörbe, 4 DJ’s. Das waren wahrscheinlich die letzten Sommerstunden in Montréal. Bei untergehender Sonne barfuß tanzend im Gras, während man nachts bei Minusgraden schon die Heizungen aufdrehen muss.

Langsam wird es herbstlich. Die Bäume werden bunt; und wir tauschen Sonnenbrillen gegen Jacken und Schals. Wie es weitergeht?
À suivre…

Au revoir.

Nora

PS: Alle meine Berichte findet ihr unter folgendem Link: Nora goes Canada

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