Top Ten in Berlin: Der erste Besuch

Seit ein paar Jahren lebe ich nun in Berlin. Als Hergezogener nehme ich Berlin natürlich ganz anders wahr und kenne somit einerseits die Ecken aus Sicht eines Touris und andererseits auch aus Sicht eines Bewohners. Viele Fragen stets, was muss man in Berlin so gemacht haben. Diese Frage ist nicht so einfach, schließlich kommt es darauf an wie oft derjenige schon zu Besuch war und vor allem, was er bereits gemacht hat!

Dieser erste Beitrag zeigt euch, was man in Berlin nicht verpasst haben sollte. (Falls ihr das schon kennt, geht zu Part 2 und Part 3) Zunächst also die Basics:

1. Reichstag & Reichstagskuppel

Schnappt euch eine Bahn in Richtung Hauptbahnhof, so seht ihr direkt Europas größten Turmbahnhof. Von dort könnt ihr rüber schlendern zum Reichstag. Der Vorplatz ist definitiv eine Photo-Opportunity, viel interessanter ist allerdings das Innenleben oder der Ausblick vom Reichstag. Im Internet könnt ihr euch kostenlos hierfür anmelden, erledigt das aber ruhig 1-2 Wochen vor eurer Anreise, denn manchmal sind die Plätze gut ausgebucht.

 

2. Brandenburger Tor

Vom Reichstag sind es 3-4 Gehminuten zum Wahrzeichen Deutschlands, dem Brandenburger Tor. Schauts euch an, macht ein Photo und weiter geht’s. Wer sich den Gang über den Reichstag sparen will kann vom Hauptbahnhof direkt zum Brandenburger Tor gelangen, einfach die kürzeste U-Bahn Berlins nehmen. Die U55 fährt immer nur drei Stationen an, auch als Kanzlerbahn bezeichnet war sie für die Politiker gedacht. Dementsprechend schick ist die U-Bahn auch, die Tatsache, dass viele Politiker sich aber in der Limo vorfahren lassen und die U55 somit kaum genutzt wird wurde damals wohl nicht bedacht.

 

3. Holocaust Denkmal


Vom Brandenburger Tor ist es nicht weit zum Holocaust Denkmal. Vorbei an der US-Amerikanischen Botschaft seht ihr schon schnell die zahlreichen Betonklötze. Ein sehr beeindruckendes Denkmal, das zum photographieren und rumspielen einlädt. Letzteres sollte man jedoch mit Bedacht machen, aus Respekt gegenüber der symbolischen Bedeutung des Ortes. Zwischen den Betonklötzen befindet sich der Eingang zu einem Museum, dass ich dem Denkmal und seiner Bedeutung widmet. Jeder dieser Klötze steht symbolisch für die Familien die zur Zeit des 2. Weltkrieges ums Leben kamen.

 

4. Checkpoint Charlie

Vom Holocaust Denkmal bietet es sich an einen kurzen Abstecher beim Checkpoint Charlie zu machen. Der Checkpoint Charlie ist eines der zahlreichen Überbleibsel aus der Zeit in der Deutschland und somit Berlin getrennt war. Dies war ein Grenzübergang um von Ost nach West zu gelangen, er wurde von den Amerikanern anfänglich kontrolliert und erhielt daher seinen markanten Namen. An Ort und Stelle gibt es diverse Informationsmöglichkeiten und interessantes Bildmaterial über die Zeit der Trennung.

 

5. Alexanderplatz/Fernsehturm/Rotes Rathaus

Vom Holocaust Denkmal könnt ihr aber auch direkt über die Friedrichstraße, vorbei an den Humboldt-Universitäts-Gebäuden, dem Berliner Dom zum Alexanderplatz gelangen. Der charakteristische Fernsehturm, das Rote Rathaus und die Atomuhr sind hier zu finden. Die S-Bahn unterteilt dabei diesen großen Platz, auf beiden Seiten gibt es also viel “typisches” Berlin zu sehen.

 

6. East Side Gallery

Vom Alexanderplatz kann man entweder laufen oder mit der S-Bahn zur Station Ostbahnhof fahren und von dort aus an der East Side Gallery entlang laufen. Nach der Wende wurden zahlreiche Künstler gebeten diese ca 1300m lange Wand zu bemalen. Vor einigen Jahren wurden die Farben neu aufgefrischt, sodass nach wie vor die Malerein zu sehen sind. Leider werden sie allerdings regelmäßig mit recht einfallslosen Tags beschmiert.

 

7. Bernauer Straße

Jetzt wo ihr ein Stück der alten Berliner Mauer gesehen habt ist es an der Zeit den letzten erhaltenen Grenzabschnitt in Berlin zu besichtigen. Die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauerstraße zeigt auf 1,4km die Entstehung, die familiären Geschichten, Fluchtversuche und Fluchtverhinderungen rund um diesen Mauerabschnitt. Multimedial aufbereitet ist es selbst für kleine Kinder sehr spannend, da hier sehr gut geschildert wird in welcher Situation sich die Menschen damals befanden.

 

8. Siegessäule/Schloss Bellevue

Die Siegessäule ist im Tiergarten zu finden, sie ist der zentrale Punkt Berlins grüner Lunge. Vom Brandenburger Tor ist sie bereits sichtbar, ihr könnt also durchaus einen kurzen Abstecher hierhin machen. Für circa 3 Euro kann man hoch gehen zur Goldelse und den Ausblick genießen. Die Räume der Siegessäule bieten viele Informationen zu ihrer Bedeutung und Geschichte. Da es einen ähnlich guten Ausblick von der Reichstagskuppel für umsonst gibt, würde ich die Siegessäule zwar betreten aber nicht für die Aussicht zahlen. Unweit von der Siegessäule ist das Schloss Bellevue. Wenn immer die Tagesschau über unseren Bundespräsidenten berichtet ist sein hübsches Haus zu sehen. Manchmal sieht man sogar einen Staatsempfang.

 

9. Zoologischer Garten/Bahnhof Zoo

Das vorletzte Highlight ist der Berliner Zoo. An der S-Bahnstation Zoologischer Garten befindet sich der alte ehrwürdige Zoo und lohnt sich für einen Besuch. Die Umgebung der S-Bahnstation kann man als Zentrum West-Berlins betrachten. Der Ku’damm ist nicht weit und lockt mit diversen Shoppingmöglichkeiten und das neu eröffnete Bikini Berlin zeigt Mode und Design auf höchstem Niveau.

 

10. Döner/Currywurst essen

Egal ob Currywurst oder Döner, beides prägt das Berliner Stadtbild enorm. Bei der Currywurst schwört ganz Berlin auf Curry 36, am Mehringdamm. Keine 50 Meter entfernt ist Mustafas Gemüsekebab, auf den auch ganz Berlin schwört. Bei Mustafas wartet man gerne mal 20 Minuten um an die Reihe zu kommen, das warten lohnt aber! Keine Sorge es gibt sowohl vegetarische, als auch nicht-vegetarische Varianten.
Wer nicht zum Touri-Magneten gehen will wählt die Alternative: Ich schwöre auf Curry 122 am Rosenthaler Platz und als Döneralternative geht eigentlich jeder Dönerladen der “Vitaldöner” anbietet. Diese Döner sind genau so wie Mustafas Döner, mit gebratenem Gemüse, Kartoffeln, Feta und Zitronenspritzer.

Falls ihr euch wundert, dass der Potsdamer Platz hier nicht auftaucht liegt es nicht daran, dass ich ihn wohlmöglich vergessen habe. Vielmehr hat der Potsdamer wenig interessantes zu bieten und ist somit für eine Top Ten auch nicht relevant.

Wer die Klassiker bereits abgearbeitet hat erfährt hier in Kürze mehr über die anderen interessanten Orte in Berlin.

Viel Spaß beim Stadt erkunden!

Christian

PS: Wer nicht ganz so viel laufen will, aber sich keine dieser Hop-On-Hop-Off Busse geben will, steigt entweder am Alexanderplatz oder am Zoologischen Garten in die Buslinie 100. Zahlreiche, der hier aufgeführten Sehenswürdigkeiten liegen auf der Route des Busses.

Hier geht’s zu den anderen Teilen Berlins:
Top Ten in Berlin: Der erste Besuch
Top Ten in Berlin: Der zweite Besuch
Top Ten in Berlin: Der dritte Besuch
 

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