Top Ten in Berlin: Der dritte Besuch

Wenn man das dritte Mal nach Berlin kommt, ist das nicht ohne Grund. Entweder hat man sich in eine Person oder schlichtweg in die Stadt verguckt. Bei dem dritten Besuch der Stadt geht es einem nicht mehr um die Hauptsehenswürdigkeiten, vielmehr will man noch tiefer eintauchen in das Lebensgefühl und Stadtflair. Hierfür eignet es sich am besten wie die Berliner seine Zeit zu verbringen und sich möglichst fernab der großen Tourimassen aufzuhalten.

Ihr habt bei eurem ersten und zweiten Besuch bereits mehr als den Standard-Kram abgehakt? Dann findet ihr hier interessante Sachen für den dritten Berlin Besuch:

1. Mogg & Melzer

Mein Kleinod wenn ich mich nach New York sehne: Mogg & Melzer. Obwohl Oskar Melzer und ich uns nicht kennen, vereint uns die Liebe zum Pastrami Sandwich. Die Kombination von gepökeltem Rinderschinken, sauren Gurken, Senf und Vollkorntoast (8-10 €) darf man sich nicht entgehen lassen! Wer dann noch Platz für Nachtisch hat, sollte schnell den NY Cheesecake (3-4 €) ordern. Besser kann man ausserhalb New Yorks keinen Cheesecake essen.

 

2. Il Casolare am Landwehrkanal

Il Casolare ist eine von drei italienischen Restaurants in Berlin (I Due Forni in Prenzlauer Berg und Il Ritrovo in Friedrichshain). Alle drei sind empfehlenswert, da sie von den selben Betreibern sind. Das Il Casolare hat aber aufgrund der Nähe zum Landwehrkanal ein bisschen mehr Charme. Die Preise sind fair (ca 7 € für Margherita) und die Restaurants immer sehr gut besucht. Die Besitzer sind wohl ehemalige italienische Punks, daher sieht man hier viele Bandplakate, Gekritzel auf der Wand und entspannte Kellner. Gegen Abend sollte man einen Tisch reservieren.

 

3. Tempelhofer Feld

Das Tempelhofer Feld ist eine weitere dieser großen Grünflächen Berlins. Zugleich ist es auch ein Sinnbild einer modernen Stadt. Lange Zeit als Flughafen für Westberlin in Nutzung ist es nun ein großes Freizeitareal für die Berliner. Obwohl der Ort mit seiner Vergangenheit viel Lärm und Unruhe inne haben müsste, findet man hier heute nur noch fröhliche Kinder, Hobbyfußballer, Inline-Skater und kleine Gärtchen. Toller Ort! Die U-Bahn-Stationen Platz der Luftbrücke, Paradestraße, Berlin-Tempelhof und Leinestraße sind nicht weit entfernt und der Eintritt kostenlos.

4. Kreuzberg

Der Kreuzberg, nachdem der gesamte Stadtteil benannt ist und gleichzeitig die höchste natürliche Erhebung der Stadt, ist ebenfalls sehenswert! Ein kleiner Wasserfall, ein schöner kleiner Park und eine gute Aussicht über die Stadt kann der Viktoriapark bieten. In der Umgebung sind schöne kleine Cafés, Restaurants und der Mehringdamm (Mustafas Gemüsekebap und Curry 36) ist auch nicht weit entfernt.

 

5. G&T Bar

Diese Bar lohnt sich! Sie ist etwas versteckt in einem Hinterhof an der Friedrichstraße 113. Die Fassade sieht ein wenig unscheinbar aus, da direkt daneben ein italienisches Restaurant ist und davor relativ hässliche Bastmatten stehen. Das Innenleben der G&T Bar entführt einen jedoch in die alten, edlen Zeiten. Die Auswahl an Gins ist selbst für Gin-Fans oder sogar Gin-Kenner überwältigend. Auf der Karte werden einige Gins geführt, teilweiße auch sehr exotische. Wer sich an etwas komplett neues wagen will der fragt nach den Gins auf dem obersten Regal. Während die Barkeeper zu jedem Gin etwas erzählen und empfehlen können, sind sie bei diesen Gins etwas sprachloser. Definitiv gute Gins, die aber erst noch richtig studiert werden müssen vom Barpersonal. Mein Highlight des Abends war der Butlers Gin aus UK. Pro Longdrink zahlt man so 10-13 €, was ein recht normaler Preis für Gin-Tonic, bei der Auswahl und Beratung sogar mehr als fair ist.

 

6. Transit

Das Transit verbindet kleine Tellerchen aus der Tapas-Küche mit asiatischen Gerichten. Man bestellt einfach diverse unterschiedliche Speisen und kann sie dann nach Herzenslust miteinander kombinieren. Wir waren nach unserem ersten Besuch total begeistert, da manche Gerichte echte Geschmacksbomben sind. Schaut definitiv hier vorbei, es gibt einen Laden in der Rosenthaler Straße 68 und in der Sonntagsstraße 28, aber reserviert euch vorab einen Tisch!

 

7. Mein Haus am See

Mein Haus am See hat mir meinen ersten Berlin-Moment beschert. Ich wollte einfach nicht warm werden mit dieser rauen und teilweiße hässlichen Stadt Berlin. Als ich zum ersten Mal in das Haus am See kam war es um mich geschehen. Die Bar ist vollgestellt mit alten Sofas, so wie sie auch bei meinen Großeltern standen. Tagsüber kann man sich hier gut zum Kaffee treffen und sich gemütlich unterhalten. Abends ist hier immer was los, mittlerweile gibt es hier auch einen eigenen Club, der auch gut besucht ist. Die Preise sind in Ordnung (4 € für ein 0,5 Bier) und die Abende immer legendär.

 

8. Butchers Bar  Seit kurzem geschlossen!

Die Butcher’s Bar versteckt sich hinter diesem Wurstladen in der Torstraße 116. Man geht nicht nach links zur Theke des Imbisses, sondern nach rechts in Richtung Toiletten. Hier steht eine englische rote Telefonzelle, in die eine Metalltür eingelassen ist. Hier einfach klopfen und schon kommt man zur Butcher’s Bar. Es gibt das Gerücht, dass diese Bar die letzte existierende Prohibitionsbar Berlins sei. Ob das stimmt haben die Tookalook-Historiker noch nicht herausfinden können – so oder so locken die Barkeeper mit fachmännischem Wissen und sehr guten Drinks. Unweit der Butcher’s Bar gibt es noch eine weitere Speakeasy-Bar das Buck und Break, die wir noch nicht besucht haben, aber anderen schon gute Abende beschert haben soll.

 

9. Leipziger Straße

Die Leipziger Straße ist eines meiner absoluten Highlights. Sie verbindet die Friedrichstraße mit dem Alexanderplatz, ist eigentlich sehr hässlich aber eben faszinierend zugleich. Von der Friedrichstraße kommend offenbart sich dieser Blick auf Höhe der Charlottenstraße. Mich fasziniert dieser Blick immer wieder, links und rechts sieht man nur noch Plattenbauten, acht Straßenspuren erstrecken sich bis zum Horizont und über allem trumpft eine alte, rostige Coca Cola Werbung. Dieser Ort kann an Hässlichkeit kaum übertroffen werden und entspricht ganz Nebenbei meiner Vorstellung von asiatischer Großstadt-Tristesse.

 

10. Voo Store

Der Voo Store ist eine echte Multikulti-Erfolgsgeschichte. Nachdem die Müjdeci-Brüder erfolgreich das Café Luzia etabliert haben, haben sie sich vor ein paar Jahren dem Projekt Voo Store gewidmet. Es handelt sich hierbei um einen Concept Store, der ein kleines Café mit jede Menge Kleidung, Accessoires und Schnick-Schnack verbindet. Dabei beweisen Müjdeci & Co. ein ausgesprochen gutes Gespür für aktuelle und kommende Trends. Die Preise sind zwischen fair und gehoben. Stöbert im Zweifel einfach durch den Laden und lasst euch inspirieren. Ihr findet den Store auf der Oranienstraße 24 in einem Hinterhof.

Viel Spaß beim Stadt erkunden!

Christian

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Top Ten in Berlin: Der erste Besuch
Top Ten in Berlin: Der zweite Besuch
Top Ten in Berlin: Der dritte Besuch

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