Per Anhalter nach Budapest

Heute ist der letzte Arbeitstag, einen kompletten Monat lang habe ich mit bis zu 70 Stunden pro Woche gearbeitet um meine Urlaubskasse aufzubessern. Gestern und heute haben Simon, mein Mitreisender, und ich für ein Event des Familienministeriums gearbeitet. Die kommenden zwei Wochen wollen wir den bislang aufregendsten Trip unseres jungen Lebens gemeinsam machen.

Circa 1000km trennen uns von Siofok - Copyright by Google

Die Sachen liegen bereit, passen zum Glück auch in den Rucksack. Ein Schnapper: Deuter, 60L für nur 100 €


Im Oktober vergangenen Jahres kam uns bei einem dieser Bargespräche über Gott und die Welt die Idee mal mutig zu sein, nicht alles bis ins letzte Detail durch zu planen sondern den Zufall mit gestalten zu lassen. Ausserdem waren wir begeistert von dem Gedanken, dass unsere Eltern in den 70ern und 80ern wie die Irren durch die Welt getramptsind. Eine Zeit die aus heutiger Sicht stets als sehr gefährlich und unsicher dargestellt wird und damals gab es ja noch nicht mal Handys – trotzdem ist immer alles gut gegangen!

Ich merke selbst, dass dieser Trip so aufregend für mich ist, da ich ein Bild von Land und Leuten habe, dass aber nicht von mir stammen kann, da ich nie zuvor in Tschechien, Slowakei oder Ungarn war. Bei der ersten Mitfahrgelegenheit die man “bucht” fürchtet man von vier starken, furchteinflößenden Russen verschleppt zu werden. In Afrika wird man generell ausgeraubt, in Berlin in jedem Club von wild gewordenen Junkies angefixt…

Wir wollen herausfinden und uns auch selbst beweisen, dass fremde Länder und Leute nicht gleich Gefahr bedeuten. Also trampen wir morgen ab 12 Uhr von Berlin nach Prag, anschließend in die Slowakei nach Bratislava, dann nach Budapest gefolgt von Siofok, beides in Ungarn. Siofok bzw. der Balaton ist unser symbolisches Ziel, damit wir nicht “ohne Grund” gereist sind ist unser Ziel “einmal im Balaton zu baden”.

Der Rucksack ist gepackt, ich grübel noch ob ich wirklich eine Isomatte mitnehmen soll, muss ja schließlich permanent geschleppt werden. Zu unserem “Mut” kommt eine gewisse Faulheit und Naivität. Landkarten wollen wir uns erst vor Ort kaufen, also ist mein kleines Notizbuch voller Ortschaften und Autobahnnahmen bislang das Einzige was uns Aufschluss darüber gibt ob wir bzw. der Fahrer uns in die richtige Richtung fährt.

Naja wird schon gut gehen,

Christian.

Der Vortag der Abreise
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