Dialog im Dunkeln – Entdeckung des Unsichtbaren

Dies ist ein absolutes Highlight meines letzten Hamburgbesuchs gewesen und möchte es euch nun vorstellen! Ich muss zugeben, dass ich mich ein wenig vor diesem Besuch gefürchtet habe. Was wird mit mir geschehen? Schaffe ich die Situation zu meistern? Habe ich wohlmöglich zu viel Angst?

Doch zunächst mal zur Sache: Seit 2000 gibt es Dialog im Dunkeln in Hamburg. Laut eigener Website, war die Ausstellung bereits in 30 Ländern, 110 Städten und hat mehr als 6 Millionen Besucher beeindruckt. Bei Dialog im Dunkeln handelt es sich nicht um ein Musical oder einem Restaurant wo im dunkeln gespeist wird. Hier geht es darum, die Welt der Sehbehinderten und Blinden selbst zu entdecken und zu erforschen.

Zu Beginn der Führung erhält man eine Art Blindenstock, passend zur jeweiligen Körpergröße. Dann wird man in einen halbdunklen Vorraum geleitet und anschließend muss man in einen komplett dunklen Raum eintreten. Hier wird die Gruppe die aus circa 6 Leuten besteht von einem Guide empfangen. Diese Guides sind allesamt sehbehindert oder blind und führen die Gruppen durch die Räume.

Deswegen sind mittlerweile auch 6000 sehbinderte Menschen bei DiD angestellt. Diese führen die Gruppe dann durch einen Park, einen Marktplatz oder sogar in eine Bar. Seltsamerweise hatte ich stets die Augen auf, aber habe innerhalb der 2,5 Stunden gelernt auf meine anderen Sinne zu achten. Die ersten Schritte fallen schwer, doch wenn man den Blindenstock richtig nutzt, fühlt man sich schnell etwas sicherer.

Am Ende der Tour gelangt man in eine Bar, kann etwas zu trinken bestellen und mit den Führern etwas quatschen. Leider war meine Führerin nicht sonderlich offen für das Thema, das mich so stark interessiert. Was ist dein Hassgeräusch, hast du ein Lieblingsgeräusch? Ist es ein schönes Gefühl, dass Sehende sich für die Situation interessieren? Wie unterscheidet man die immer unterschiedlichen Piep-Geräusche an Ampeln?

Fragen über Fragen die die Führerin leider kaum beantwortet hat. Trotzdem, und das ist das wichtigste, war es eine unglaubliche Erfahrung! Ich empfehle jedem der Hamburg besucht hier einen Abstecher zu machen!

Auf der Internetseite findet ihr weitere Informationen, für Touren müsst ihr euch vorab anmelden: www.dialog-im-dunkeln.de

Christian

PS: Mittlerweile freue ich mich richtig, wenn ich an Bahnhöfen wie in Düsseldorf sehe, dass extra für Sehbehinderte Führungspfade im Boden eingelassen werden, somit können diese sich besser orientieren und wissen wo das nächste Gleis ist.

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